Was Hänschen nicht lernt, …
In meiner Jugendzeit musste man auf der Fahrt von Kriens nach Malters im Renggloch den Atem anhalten. Dort wurde alles verbrannt, was irgendwie entsorgt werden musst. Heute beschäftigen uns immer noch Sonderdeponien wie Kölliken, die für viel Geld saniert werden müssen. Unsere Weltmeere wurden als Deponien missbraucht, nach dem Motto, aus den Augen aus dem Sinn.
Seit Beginn der Weltraumfahrt vor einem halben Jahrhundert, wurden ca. 6‘000 Satelliten ins All gebracht. Ungefähr 800 sind noch in Betrieb. Experten rechnen, dass rund 600‘000 Objekte in der Grössenordnung eines Kirschkerns als Weltraumschrott mit geschossartiger Wirkung die Raumschifffahrt bedrohen. Deshalb wurde anfangs April 2009 in Darmstadt eine Konferenz über Weltraumschrott mit 300 Experten durchgeführt. Diese fordern bereits eine Müllabfuhr für den Weltraum. Die Entrümpelung des Weltraums dürfte gemäss ESA Jahrzehnte dauern. Alternativen gibt es offensichtlich keine. Andernfalls geht der Weltraum für den Menschen verloren.
Erstaunlich ist nur, dass die Menschheit aus gemachten Fehlern nicht lernt. Immer wieder werden Abfallprobleme gedankenlos verursacht, die dann später mit grossem Aufwand korrigiert werden müssen. Im Februar 2009 haben die Stimmberechtigten des Kantons Luzern mit einem JA-Anteil von fast 80 % Sofortbussen gegen Littering (achtloses Wegwerfen von Abfällen) gutgeheissen. Ab Mai werden Personen, die ihren Abfall im öffentlichen Raum liegen lassen, von der Polizei gebüsst. Wenn selbst Weltmächte so sorglos zulasten folgender Generationen Abfallprobleme verursachen, erstaunt es wenig, wenn auf der lokalen Ebene sogar Gesetzesgrundlagen gegen Abfallsünder geschaffen werden müssen. Denn was Hänschen nicht lernt, …